Count your blessings – vom schönsten «Ja, aber»
MARIA MI · GEDANKEN FÜR EINEN NEUEN MONTAG
«Count your blessings», pflegte meine Mutter zu sagen. Heute sage ich diesen Satz selbst – zu meinen Kindern und manchmal auch zu anderen Menschen. Er begleitet mich schon lange. Und immer wieder merke ich, wie viel in diesen wenigen Worten steckt.
Es gibt diese kleinen Momente der Unzufriedenheit. Etwas dauert zu lange. Etwas ist mühsam. Etwas entspricht nicht unseren Vorstellungen. Schon erzählen wir davon, und während wir sprechen, fallen uns gleich noch zwei weitere Gründe ein, weshalb es besser sein könnte.
Das geht schnell. Was fehlt, meldet sich meist von selbst. Was längst da ist und unseren Alltag angenehm macht, wartet dagegen oft still darauf, dass wir es bemerken.
Genau dann denke ich an den Satz meiner Mutter. Und an zwei kleine Wörter, die einen Gedanken in eine überraschend schöne Richtung lenken können: Ja, aber.
Wenn ein «Aber» dem Guten Platz gibt
Wir kennen das «Aber» als kleinen Spielverderber. «Es war ein schöner Tag, aber …» Und schon bekommt das, was nicht gelungen ist, den letzten Satz. Das Essen war wunderbar, aber der Tisch stand ungünstig. Der Ausflug war schön, aber auf dem Heimweg regnete es.
Wie wäre es, wenn wir die Reihenfolge einmal ändern?
«Ich musste dafür so viel und so lange lernen.» Ja, aber schau, was du jetzt alles kannst. Was dir heute gelingt, wofür du früher Hilfe gebraucht hast. Vielleicht bist du sogar ein wenig mutiger geworden, weil du erlebt hast, dass du dir etwas Neues zutrauen darfst.
«Ich mag dieses Quartier nicht besonders.» Ja, aber der Supermarkt ist drei Minuten entfernt. Du brauchst für einen kleinen Einkauf keinen halben Nachmittag, und die schweren Taschen sind schnell zu Hause.
Das Lernen hat Zeit gekostet. Das Quartier bleibt vielleicht eines, in dem du nicht für immer wohnen möchtest. Doch zu beidem gehört noch etwas anderes. Unser «Ja, aber» holt es wieder ins Bild.
Das Selbstverständliche wieder sehen
Ich glaube, wir gewöhnen uns erstaunlich schnell an das Gute. An kurze Wege. An eine Fähigkeit, die wir uns mühsam angeeignet haben. An einen freien Morgen oder einen Menschen, mit dem wir herzlich lachen können.
Sobald etwas zuverlässig da ist, wird es Teil des Hintergrunds. Wir rechnen damit. Unsere Aufmerksamkeit wandert weiter zu dem, was noch fehlt, noch nicht klappt oder anders sein sollte.
Dabei lohnt es sich, gelegentlich bei dem stehen zu bleiben, was bereits gut ist. Vielleicht fällt uns dann auf, wie viel leichter eine kleine Bequemlichkeit unseren Tag macht. Oder wie weit wir mit etwas gekommen sind, das uns am Anfang schwierig erschien.
Für mich steckt darin Achtsamkeit: den eigenen Alltag genauer anschauen. Auch die angenehmen Seiten wahrnehmen, die im ersten Moment des Klagens kaum zu Wort kommen.
«Count your blessings» erinnert mich daran, diesen Blick bewusst zu wählen. Das Gute darf ebenso selbstverständlich ausgesprochen werden wie das Mühsame.
Ein schöner Gedanke für diese Woche
Vielleicht begegnet dir dein «Ja, aber» diese Woche ganz nebenbei. Beim Einkaufen, beim Lernen oder an einem Morgen, an dem schon vor dem Frühstück einiges anders läuft als geplant.
Wenn du merkst, dass du gerade klagst, lass deinen Gedanken einen Moment stehen. Und schau dann noch einmal hin: Was ist hier auch gut? Was erleichtert mir etwas? Was habe ich dabei gewonnen?
Manchmal fällt uns sofort etwas ein. Manchmal erst später. Und an manchen Tagen bleibt die Unzufriedenheit bestehen. Auch das darf sein.
Ich mag die Vorstellung, dass wir dem Guten damit wieder eine Stimme geben. Vielleicht bekommt es diesmal sogar den letzten Satz.
EIN GEDANKE, DER DICH DURCH DIE WOCHE BEGLEITET
Deine Journalingfrage für diese Woche
Wenn ich auf etwas schaue, mit dem ich gerade unzufrieden bin: Welches schöne «Ja, aber» fällt mir dazu ein?
Schreibe auf, was dir in den Sinn kommt. Vielleicht zeigt sich eine angenehme Seite, an die du länger nicht gedacht hast.
Zum Ende der Woche: Lies deine Antwort noch einmal. Ist dir im Alltag etwas Gutes aufgefallen, das du sonst als selbstverständlich hinnimmst?
Du möchtest dir öfter einen bewussten Moment im Alltag schenken? In meinem E-Book «111 Wege zu mehr Self-Care» findest du Anregungen dafür. Schau dir gerne die Leseprobe an und wähle, was zu dir passt.
Wir sehen uns zur Kaffeepause
Wenn du solche Gedanken gerne mit in deine Woche nimmst, lade ich dich herzlich zu meiner Kaffeepause ein. Jeden Montag kommt ein persönlicher Brief von Maria Mi in dein E-Mail-Postfach – mit einem Gedanken zum Weiterdenken und einer Journalingfrage, die dich durch die Woche begleitet.
Gibt es ein Thema, über das du hier gerne lesen möchtest? Schreib mir deinen Wunsch unten in die Kommentare. Ich freue mich zu erfahren, was dich beschäftigt – vielleicht wird daraus ein nächster Essay von Maria Mi.
Für diese Woche wünsche ich dir einen zweiten Blick, der etwas Schönes sichtbar macht. Vielleicht ist es schon da.
Von Herzen
deine Maria Mi


















































Welche Idee passt zu ihm?
Ein besonderer Duft, ein elegantes Accessoire oder doch der Marshall für seine Lieblingssongs? Schreib mir unten in die Kommentare, welches Geschenk dein Favorit ist. Und falls er selbst schon einen Wunsch verraten hat: Ich bin neugierig!
Herzlich, deine Maria Mi