Der Tag in der Sanduhr – was würdest du mit einer 25. Stunde tun?

MARIA MI · GEDANKEN FÜR EINEN NEUEN MONTAG

Vor einer Woche sass ich als Beifahrerin im Auto und hörte ein Lied. «25 Hours» von Umme Block. Es hat mich berührt. Und bei mir blieb eine Vorstellung hängen, die seitdem immer wieder auftaucht: ein Tag, der eine Stunde mehr hätte.

Vierundzwanzig Stunden kennen wir. Wir verteilen sie zwischen Schlaf und Alltag, zwischen dem, was erledigt werden muss, und dem, was uns am Herzen liegt. Manchmal geht diese Rechnung auf. Manchmal ist der Abend da, und etwas Schönes, auf das wir uns gefreut hatten, hat wieder keinen Platz gefunden.

Aber eine fünfundzwanzigste Stunde? Die wäre noch unbeschrieben. Niemand hätte einen Termin hineingesetzt. Sie stünde auf keiner Liste. Nicht einmal die Wäsche wüsste, dass es sie gibt.

Und plötzlich wird aus einer unmöglichen Vorstellung eine ziemlich schöne Frage: Was würde ich mit dieser Stunde anfangen?

Eine Stunde, die noch niemand verplant hat

Vielleicht würdest du jemanden anrufen, mit dem du seit Wochen in Gedanken sprichst. Vielleicht würdest du einen Spaziergang machen und dort abbiegen, wo du sonst vorbeigehst. Ein Buch aufschlagen. Musik hören. Oder dich mit einer Tasse Kaffee ans Fenster setzen und schauen, wie der Tag draussen weiterzieht.

Vielleicht fällt dir auch etwas ein, das du lange nicht mehr getan hast. Zeichnen, obwohl niemand das Ergebnis sehen muss. Tanzen, obwohl das Wohnzimmer keine Tanzfläche ist. Mit einem lieben Menschen am Tisch sitzen, bis aus dem ersten Gespräch ein zweites wird.

Ich mag an dieser Vorstellung, dass die Antwort ganz klein sein darf. Niemand verlangt eine Reise, ein neues Talent oder eine Geschichte, die sich später besonders gut erzählen lässt. Auch eine Stunde im Garten wäre eine vollständige Antwort.

Es wäre deine Zeit. Du dürftest ihr einen Inhalt geben, auf den du dich freust.

Was unsere Antwort uns erzählt

Vielleicht ist das Interessanteste an der fünfundzwanzigsten Stunde gar nicht die zusätzliche Zeit. Vielleicht ist es das, was uns als Erstes einfällt.

Ein Name. Ein Ort. Etwas, das wir vermissen. Ein Wunsch, den wir im Alltag so ordentlich zur Seite gelegt haben, dass wir kaum noch darüber stolpern.

Unsere Antwort kann uns zeigen, was gerade einen Platz in unserem Leben sucht. Nähe vielleicht. Bewegung. Ruhe. Oder die Freude daran, etwas aus reiner Lust zu tun.

Natürlich lassen sich volle Tage nicht mit einem hübschen Gedanken verlängern. Es gibt Arbeit, Verantwortung und Wochen, in denen schon die gewöhnlichen Dinge viel Kraft brauchen. Die Sanduhr lässt sich davon wenig beeindrucken. Sie gibt uns weiterhin ihre vierundzwanzig Stunden.

Doch wenn wir wissen, wem oder was wir die geschenkte Stunde geben würden, erkennen wir vielleicht eine Gelegenheit, die wir sonst übersehen hätten. Das Telefonat könnte auf dem Heimweg beginnen. Das Buch darf für zehn Minuten aufgeschlagen werden. Und der Spaziergang muss nicht warten, bis ein ganzer Nachmittag frei ist.

Manche Wünsche brauchen tatsächlich mehr Zeit. Andere freuen sich schon darüber, dass wir wieder an sie denken und ihnen einen kleinen Anfang erlauben.

Ein schöner Gedanke für diese Woche

Vielleicht nehmen wir die fünfundzwanzigste Stunde deshalb einfach mit in diesen Montag. Als freundliches Gedankenspiel, das uns durch die Woche begleiten darf.

Wenn ein kleiner freier Moment auftaucht, könnten wir uns an unsere Antwort erinnern. Und wenn die Woche voll bleibt, darf sie trotzdem stehen bleiben. Wir müssen am Freitag keine erfüllte Wunschliste vorweisen.

Vielleicht haben wir jemandem Zeit geschenkt. Vielleicht uns selbst. Vielleicht ist uns erst beim zweiten Nachdenken klar geworden, was wir mit dieser Stunde wirklich anfangen möchten.

Ich finde, das ist ein schöner Anfang für eine neue Woche: sich vorzustellen, dass etwas Gutes Platz finden darf – und aufmerksam zu werden für die Momente, in denen es möglich ist.

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Wir sehen uns zur Kaffeepause

Wenn du solche Gedanken gerne mit in deine Woche nimmst, lade ich dich herzlich zu meiner Kaffeepause ein. Jeden Montag kommt ein persönlicher Brief von Maria Mi in dein E-Mail-Postfach – mit einem Gedanken zum Weiterdenken und einer Journalingfrage, die dich durch die Woche begleitet.

Mach es dir mit deiner Lieblingstasse gemütlich. Ich freue mich, wenn du dabei bist.

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Für diese Woche wünsche ich dir einen Moment, auf den du dich schon morgens freust. Und vielleicht einen zweiten, den du noch gar nicht kommen siehst.

Von Herzen
deine Maria Mi

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